von Neudi » 2. September 2010, 18:26
Ich muß das mal korrigieren: Auf den ersten drei Alben waren alle vier zu hören. Ace und Peter sind aus diversen kleinen Gründen spielerisch einmalig (egal ob gut oder schlecht) und als Kind fiel mir das erste mal auf, daß was nicht stimmt, bei der vierten Seite von Alive 2. Die Soli klangen nicht nach Ace (außer Rocket Ride) und das Drumming war "zu gut". Ich vermute aber, daß ein Großteil der Alben Destroyer, RNR Over und Love Gun von allen Vier eingespielt wurde. So einen Quatsch wie bei Love em, Leave em (die Breaks von der Strophe zum Refrain der Marke "Mist, mir fällt gerade gar nix Sinnvolles ein") kann nur Peter sein.
Ich muß aber auch gestehen, daß es Spaß macht, die Songs musikalisch gut zu hören, wie auf der letzten Tour. Es fehlte zwar der AcePeter-Flair, aber es war mal was Anderes.
Noch mal zu Savage Grace (oder auch Griffin). Angenommen, SG hätten sich nie aufgelöst, dann wäre es nach RIDE INTO THE NIGHT weitergegangen. Bereits da war vom ersten und zweiten Line-Up nicht mehr viel übrig. Durch die Neunziger hätte es weitere Veränderungen gegeben und wahrscheinlich wäre Chris da schon das einzige Originalmitglied gewesen. Wären SG also 2010 ohne vorherige Auflösung erstmals in Deutschland gewesen, hätten wir die gleiche Situation, nur eben mit 4 anderen Musikern.
Die zweite Variante wäre gewesen, vielleicht doch noch ein oder zwei weitere Originale aus der "Rente" zu holen. Und ganz ehrlich: Wer 20 Jahre nicht aktiv ist (es reichen schon 5), kann beim besten Willen kein SG spielen. In diesem Fall hätte also die gesamte Performance gelitten.
Somit war Oliver Weinsheimer´s Entscheidung für SG und Griffin (und auch Volker´s Entscheidung für Thunder Rider) die einzig Richtige, um auch sicher zu sein, daß die Show gut wird.
Das Beispiel KISS macht deutlich, daß auch wir trotz unserem Erwachsenenalter immer noch hier und da zum Personenkult neigen. Im Grunde ist es wichtig, daß die Schlüsselperson einer Band original ist. Das legitimiert dann unter dem Namen live aufzutreten oder neue Tonträger zu produzieren. Wenn jetzt z.B. Brian East von SG als Einziger Lust auf SG gehabt hätte, dann hätte wohl niemand mit Vernunft zugesagt. Chris Logue ist die Schlüsselfigur bei SG, also muß der Rest der Mannschaft nur noch gut und authentisch spielen. So verhält es sich im April auch mit Griffin. Oder schon seit Jahren mit Motörhead (kein Fast Eddie, kein Phily Taylor...).
Wenn also in Zukunft ähnliche Möglichkeiten bestehen, dann ist es doch nur logisch, daß die einschlägigen Veranstalter auf uns Zurückgreifen, weil bisher Alles rund gelaufen ist. Und mal ganz unter uns: Natürlich ist das auch sehr positiv für Roxxcalibur und die zukünftige neue Band. In jedem SG-Livereview fiel mindestens 1 x der Name Roxxcalibur... Im Grunde hat Savage Grace "gut für Roxxcalibur gearbeitet":)
Echte Kritik und böse Nachreden (die uns dann zugetragen werden) bekommen wir wegen Roxxcalibur und unseren anderen Aktivitäten übrigens zu 99% von anderen Bands oder Musikern. Allerdings nur solche, die nicht über den jährlichen Auftritt im heimischen Jugendzentrum hinausgekommen sind oder bei einem Kleinstlabel nicht von der Stelle kommen. Aber sowas kenne ich nun seit knapp 25 Jahren...
"If you want to be a fucker, zieh die Oma durch de Acker"