HEATHEN

Schreibt euch die Finger wund √ľber das gro√üe Thema "Metal" - √ľber neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

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Re: HEATHEN

Beitragvon Flossensauger » 23. September 2020, 22:25

F√ľr jede Plattenseite musst du einen "stamper" erstellen, das sind die hohen fix-Kosten, die bei jeder Auflage anstehen, ob du 300 pressen l√§sst oder 10.000. Ausserdem hast du bei zwei Platten nat√ľrlich auch doppelte Menge an Zeitaufwand.

Aber: F√ľr 50 Minuten auf eine LP wird's auch schwierig: Das muss ein gutes Schneidestudio auch erst mal hinbekomme, 25 Minuten pro Seite gehen, sind aber beim erstellen der Matritzen enorm anspruchsvoll und verschleissreich.

Ging bei Maiden und Leppard fr√ľher auch. Heute machen das nur noch wenige. SST in Franfurt/Main w√§re mein Tipp. Absolute Cracks mit denen man auch abends schon mal bei 12 Bier f√ľr drei Stunden Fachsimpeleien in einer Bockenheimer √Ąppelwoistube versacken kann.

Trotzdem reichen 35 - 40 Minuten f√ľr eine LP auch. Das hat sich eingeb√ľrgert und passt.
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Re: HEATHEN

Beitragvon Flossensauger » 23. September 2020, 22:48

Die Sticheleien auf gz-media in Tschechien sind unbegr√ľndet. Du bekommst was du bezahlst. Und wenn du das, was du bezahlst nicht kontrollierst sondern direkt vom Presswerk zu deinen Vertrieben schicken l√§sst bist du selber in der Schuld.
High Roller presst auch dort und ich habe noch nie ein schlechtes Wort √ľber deren Pressungen vernommen.

Die (fr√ľher) hochgelobten Presswerke von Pallas, ist ja nur noch eins: Vergiess es! Auf meiner brutal teuren "Psychedlic Pill" von Neil Young ist ein Aufkleber, locker 1/3 des Covers √ľberdeckend: "Pressed by Pallas/Germany!". Sind alle drei Platten sch√∂ne Obstsch√ľsseln. Das kommt daher, das Vinyl nach dem pressen, je nach dicke/menge/gewicht eine gewisse Ruhephase braucht, damit das Vinyl abk√ľhlt, ohne sich zu verziehen. Diese Zeit spart man in Presswerken halt gerne ein, weil, man ist ja vollausgelasstet. Dickes Vinyl √ľber 90/100 Gramm bringt √ľbrigens klanglich gar nix, das ist reiner Fetisch. Auf diese fast schon durchsichtigen Pressungen von Ariola oder Italien muss man nat√ľrlich auch nicht zur√ľck.
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Beitragvon Ulle » 23. September 2020, 23:49

Ich kenne die Presswerke ja nicht mit Namen. Wenn eine von mir neu gekaufte Platte kacke war, kam sie halt eigentlich immer aus Tschechien. Mehr weiß ich gar nicht, ich hab da null Info und hab auch nur einmal selbst pressen lassen.

Und ja, das 50 Minuten-Problem ist kacke. Auch jetzt mal aus rein k√ľnstlerischer Sicht, wenn das Album ne fixe Reihenfolge hat und ausgerechnet in der Mitte ist das 8-min√ľtige Monster. Dann kann es dumm laufen und 46 Minuten sind zuviel, oder eine Seite dauert deutlich l√§nger als die andere und es gibt Qualit√§tsunterschiede, oder oder...
Noch geiler ist, wenn man sich das dann stundenlang durchrechnet, das Optimum herausholt und dann noch angepöbelt wird, warum das dann ne Doppel-LP ist. Wenn man weniger macht, beschwert sich ein Anderer, dass das Album zu kurz ist. Wir leben leider in einer Zeit des Meckerns. Am besten man kalkuliert schon während dem Schreiben einer Platte, was wo stehen soll und wie lange es dauern darf. Nur darf es eben nicht kalkuliert klingen, weil das ist ja der Todfeind.
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Beitragvon Flossensauger » 24. September 2020, 00:08

Die Anzahl der - seriösen - Presswerke ist mittlerweile so gering, die kann selbst ich mir merken. *rock'n'rolf foto, wo er ein presswerk von der EMI in Köln sprengt aus dem Metal Hammer* (<-das gibt es wirklich!)

K√ľnstlerischen, √§sthetischen Anspruch mal dahingestellt: K√∂nnt ihr ja 'ne CD machen, die dann Siebi oder √§√§h, wer noch ? kauft.

Tats√§chlich war fr√ľher alles besser: Eine Band hat auf der Tour die neuen, kommenden Songs ausprobiert und w√§hrend der Langeweile vor der Show einfach auf der B√ľhne so lange geprobt bis er passte und gut war. Im Idealfall haben sie ihn dann gleich anschliessend bei der Show gespielt.Die Platte musste max. 40 Minuten haben, die Ballade immer nach innen (schlechte, abgenutzte Nadeln neigen dort zum verzerren bei h√∂her dynamischem Kram). Das ist schon ein soziologischer Anspruch, kein k√ľnstlerischer.

Und das es kaum ein Band gibt, die Kompositionen f√ľr 120 Minuten am Start haben weisst du doch selber am besten. Wo hast du denn ziemlich genau vor einem Jahr ausgeholfen? Da hat doch auch ein Stunde gereicht. Und das Bier war alle.
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Beitragvon Ulle » 24. September 2020, 08:12

Ne Stunde wäre ja schon zuviel :lol:
CDs werden ja eh gemacht, aber viele Leute wollen Vinyl UND mosern. Es denkt leider nicht jeder pragmatisch.
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Beitragvon Siebi » 24. September 2020, 08:41

Ulle hat geschrieben:...

Und ja, das 50 Minuten-Problem ist kacke. Auch jetzt mal aus rein k√ľnstlerischer Sicht, wenn das Album ne fixe Reihenfolge hat und ausgerechnet in der Mitte ist das 8-min√ľtige Monster. Dann kann es dumm laufen und 46 Minuten sind zuviel, oder eine Seite dauert deutlich l√§nger als die andere und es gibt Qualit√§tsunterschiede, oder oder...
Noch geiler ist, wenn man sich das dann stundenlang durchrechnet, das Optimum herausholt und dann noch angepöbelt wird, warum das dann ne Doppel-LP ist. Wenn man weniger macht, beschwert sich ein Anderer, dass das Album zu kurz ist. Wir leben leider in einer Zeit des Meckerns. Am besten man kalkuliert schon während dem Schreiben einer Platte, was wo stehen soll und wie lange es dauern darf. Nur darf es eben nicht kalkuliert klingen, weil das ist ja der Todfeind.

Fr√ľher gab es Personen, die einer Band beim Konzipieren einer neuen Platte geholfen haben. Kalodner war so ein ganz Bekannter bei Geffen. Auch Indie-Label hatten und haben solche Rollen in ihren Reihen. Heute wei√ü ja jeder Musiker wie der verkaufende Hase l√§uft, was der Fan will. Bands und Labels jammern ja nie, haha, selten so gelacht.

Das gern genommen Mecker-Zitat nehme ich nimmer ernst. Call me Meckermeister Deluxe, denn es ist MEINE Kohle. Ich kaufe keine Doppel-LP f√ľr 28 oder 30 EUR und keine Einzel-LP f√ľr 20 und mehr Teuros, ganz ohne Meckern. Der Dukatenesel ist leider nicht verf√ľgbar und man gibt der Industrie und dem Handel durch Kauf noch recht in dem, was und wie sie es macht.

Oder das "Ich biete die Songs der Album-Sessions auf verschiedenen Formaten"-Thema. Siehe CM mit der neuen Napalm Death, wo Bonustracks verschieden aufgeteilt wurden, man LP- UND CD-Version separat kaufen darf, wenn man ALLE Songs physisch haben will. Danke, liebe Plattenfirma! Da freut sich der Fan.
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Re: HEATHEN

Beitragvon Ulle » 24. September 2020, 10:17

Ich weiß zwar nicht, was das mit meinem Beitrag zu tun hat, aber er wird zitiert. Keine Ahnung, ich finde da null Bezug...

Ich sehe jedenfalls alles was der Siebi schreibt auch so, aber beim Musik "konzipieren" redet mir trotzdem niemand rein, auch kein Steve Kalodner. Ich schreibe nicht f√ľr eine Industrie und auch nicht f√ľr einzelne Fans, die denken sie h√§tten ein Mitspracherecht. Ich kaufe als Fan das was ich will und andere machen das auch so. Wenn ich als Musiker Geld verdienen will steig ich in ne Hochzeitskapelle ein, als Songschreiber mache ich das was ich will. War schon immer so, wird sich auch nicht √§ndern :smile2:
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Re: HEATHEN

Beitragvon Siebi » 24. September 2020, 10:43

Ulle hat geschrieben:Ich weiß zwar nicht, was das mit meinem Beitrag zu tun hat, aber er wird zitiert. Keine Ahnung, ich finde da null Bezug...

Sorry f√ľrs nochmalige Zitat, ich sehe durchaus Bezug. Du schreibst erst verallgemeinernd von einer "Meckerkultur" und was alles vom Fan gewollt und √ľber was gemosert wird. Best√§tigst danach meine Ansicht, entkr√§ftest aber mit pers√∂nlicher Meinung, f√ľr wen und warum Du Musik autark machst. Cover, V√Ė und Rundrum-Themen um eine V√Ė wird kaum autark ohne das Label passieren. Ich sehe nun zwei Themen, die vermischt werden.

Aber gut, ich bin ab sofort still, wir drehen uns im Kreis. Bremse rein, mia san uns ja doch irgendwie einig. Finde die V√Ė- und Preispolitik seit Jahren schwierig, mach das nicht mehr in dem Ma√üe mit. Ich biete auch nicht bei ebay etcpp. an und mit. Wie beim Musiker und Songschreiber, es ist eine pers√∂nliche Sache des Erwerbs. Konkret. Die neue Them/Sodom/Ace Frehley/Evildead werden als Vinyl zum aktuell aufgerufenen Preis nicht Eingang finden.

Zu Heathen und dem Blindenreich zur√ľck. Heute wieder komplett geh√∂rt. Das ist einfach nix. Warten auf 6,66-Aktion oder g√ľnstiger bei M√ľller und von S√∂hnen oder dem Christkind schenken lassen, weil man doch Fan der Truppe ist. Hmpf.
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Re: HEATHEN

Beitragvon Ulle » 24. September 2020, 10:54

Siebi hat geschrieben:
Ulle hat geschrieben:Ich weiß zwar nicht, was das mit meinem Beitrag zu tun hat, aber er wird zitiert. Keine Ahnung, ich finde da null Bezug...

Sorry f√ľrs nochmalige Zitat, ich sehe durchaus Bezug. Du schreibst erst verallgemeinernd von einer "Meckerkultur" und was alles vom Fan gewollt und √ľber was gemosert wird. Best√§tigst danach meine Ansicht, entkr√§ftest aber mit pers√∂nlicher Meinung, f√ľr wen und warum Du Musik autark machst. Cover, V√Ė und Rundrum-Themen um eine V√Ė wird kaum autark ohne das Label passieren. Ich sehe nun zwei Themen, die vermischt werden.


Ja, stimmt doch, ich entkr√§fte nix und widerspreche mir auch nicht. Ganz im Gegenteil. Die Aussage ist einfach, dass man sich nach Niemandem richten sollte, weil es immer jemand gibt, dem was nicht passt. Der eine will z.B. ne simple Auflage (dazu geh√∂rst du, dazu geh√∂re auch ich), der Andere m√∂chte Doppel-Vinyl mit Patch, Poster, drei Farben und ein handgesticktes Taschent√ľchlein dazu. Zum Problem wird das nur, wenn jeder denkt er h√§tte quasi das Recht mitzubestimmen - das hat er nicht. Und die Rundum-Themen sind nicht autark, aber (in meinem gl√ľcklichen Fall) ohne jegliche Vorschriften oder Bestimmungen. Man versucht das bestm√∂gliche Gesamtprodukt zu realisieren. Manchem passt es, manchem nicht - so ist das Leben. Meinungen sind Meinungen, keine Gesetze.

Zur√ľck zu Heathen. Mag ich nach wie vor. Ich raste nicht aus, ich h√§tte gerne ein paar schnellere Kracher, aber ein Flop isses f√ľr mich trotzdem nicht.
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Re: HEATHEN

Beitragvon Hades » 24. September 2020, 13:00

Sehr interessante 24 Stunden hier. Ich finde mich bei verschiedenen Parteien gleicherma√üen wieder, habe aber wohl auch das Gl√ľck, dass mich der Vinylnostalgievirus nie so richtig gepackt hat.

Zur Heathen: nach zwei Durchl√§ufen schon eine mittelschwere Entt√§uschung. Eine neues Heathen-Album sollte in einer perfekten Welt sofort s√§mtliche Player blockieren und es sich auf Platz 1 meiner Jahresneuk√§ufe gem√ľtlich machen. Das ist definitiv nicht der Fall. Ein Rohrkrepierer ist es nicht, dazu sind hier einfach auch zu tolle Leute am Werk, aber unterw√§ltigt darf man schon sein.
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Beitragvon Pavlos » 24. September 2020, 13:07

Hades hat geschrieben:Zur Heathen: nach zwei Durchl√§ufen schon eine mittelschwere Entt√§uschung. Eine neues Heathen-Album sollte in einer perfekten Welt sofort s√§mtliche Player blockieren und es sich auf Platz 1 meiner Jahresneuk√§ufe gem√ľtlich machen. Das ist definitiv nicht der Fall. Ein Rohrkrepierer ist es nicht, dazu sind hier einfach auch zu tolle Leute am Werk, aber unterw√§ltigt darf man schon sein.


So ist es!!
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Re: HEATHEN

Beitragvon Flossensauger » 24. September 2020, 16:47

Siebi hat geschrieben:Ich kaufe keine Doppel-LP f√ľr 28 oder 30 EUR .


Gestern nacht um 01:17 die neue Nick Mason Doppel live LP bestellt, wie ich eben einer Mail von JPC entnehmen konnte.
Schlanke 36,99‚ā¨. Naja, Der jugendliche Drummer von der recht unbekannten Band "Pink Floyd" braucht's bestimmt.
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Beitragvon Franko » 24. September 2020, 18:08

Flossensauger hat geschrieben: so habe ich als aller-alller-letzte fehlende Platte von Pink Floyd letztlich sogar "The Wall" erworben, daf√ľr das nur ein gutes Lied erhalten ist (Comfortably numb) ziemlich viel Quatsch dabei....

Nö, nö. "The Wall" ist schon ganz gut.
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Beitragvon Flossensauger » 24. September 2020, 18:24

Da kann ich ja auch gleich Rhapsody hören.
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Re: HEATHEN

Beitragvon Franko » 24. September 2020, 18:48

Flossensauger hat geschrieben:Da kann ich ja auch gleich Rhapsody hören.

Mach! "Legendary Tales" oder "Power Of The Dragonflame" sind großartige Alben. :yeah:
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