Hoppelhaseofdeath hat geschrieben:Man sollte das Dilemma des BYH nicht vergessen: Man hat ein ziemlich "altes" Publikum, das nach und nach weniger auf OAs geht. Somit muss irgendwie ein Spagat zur Jugend gemacht werden, sonst kann das Festival nicht weiter bestehen
Da muss ich jetzt aber mal einhaken. Ich glaube, da beschreitet ihr genau den falschen Weg. Genauso wenig, wie es Priest oder den Scorpions in den 90ern gelungen ist, durch moderne Sounds ein junges Publikum zu erreichen, genauso wenig wird es meiner Meinung nach einem old school Metal Festival gelingen, sich durch eine handvoll Brüll-Combos in einer Halle zu verjüngen. Für die trendy Metaljugend gibt's genügend Festivals, die mit der vollen Bandbreite von HIM über CoB bis zu Kindergarten Folk Black Metal aufwarten. Da kann das BYH nie mithalten. Davon abgesehen ist es ein großer Denkfehler, wenn man glaubt, die Jugend höre nur weiß angepinselte Nuclear Blast-Combos. Gerade der traditionelle Metal-Underground hat sich in den letzten Jahren extrem verjüngt. Was die Bands angeht (Stichwort USA, Schweden), aber auch, was die Fans angeht. Mit Finntrolls und Ensifiriums (ich kann das nichtmal schreiben) zieht man meiner Meinung nach genauso viel (oder wenig) Kids, wie durch die Verpflichtung von Bands alá RAM, Bullet, Enforcer, White Wizzard, etc. Ich sprech da aus Erfahrung, ich war auch mal jung und ging auf's BYH genau WEGEN der klassischen Metalbands und nicht wegen irgendwelcher Trendcombos.
Trotzdem muss man natürlich sagen, dass die goldenen Zeiten des BYH (was die Zuschauerzahlen angeht) wohl vorerst vorbei sind. Was aber auch oder vor allem daran liegt, dass schon jede Reunion getan ist und fast jeder ehemalige 80er Jahre Kult-Act schon auf deutschen Bühnen stand. Sowas wie den Twisted Sister-Paukenschlag gibt's halt nur einmal. Wäre ich das BYH

, dann würde ich vielleicht etwas abspecken, aber trotzdem eine feine erlesene Auswahl an Heavy Metal und Hard Rock-Bands für das alte und neue Stammpublikum bringen, und die Sache einfach aussitzen. Jetzt krampfhaft um neue Publikums-Schichten buhlen bringt nichts und die Geschichte hat gezeigt, dass das immer nach hinten losgehen muss. Im schlimmsten Fall verliert man die alten Zuschauer und versäumt, neues "traditionsmetallisches" Publikum zu binden.