Goatstorm hat geschrieben:NegatroN hat geschrieben:Franko hat geschrieben: Nein, nein... ich glaube die meisten ärgert es einfach, dass im Rock Hard Bands wie eben ganz aktuell BLITZKRIEG, FBF oder MELIAH RAGE im Soundcheck so dermaßen schlecht abschneiden. Da hat man eben den Eindruck, es wären keine richtigen Metal Fans beim RH am Start. Sicher kann nicht jede Undergroundband auch noch ein tolles Interview oder gleich'nen Starschnitt bekommen aber mit einem vernüftigen Review bzw. Soundcheckabschneiden (nicht zu verwechseln mit schönreden) wäre vielen kleinen Bands schonmal geholfen.
Genau den Punkt kann ich einfach so gar nicht nachvollziehen. Natürlich sähe der Soundcheck auch völlig anders aus, wenn ich ihn machen würde und so manche Platzierung kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Aber hey, das ist nunmal Geschmack. Ich verstehe nicht, wie man sich darüber aufregen kann.
Wenn man den Geschmack der Redaktion nicht teilt, liest man einfach der Heft nicht mehr und gut (machen hier ja einige auch). Aber wie kann man sich darüber äufregen?
Oder es gar zum Anlass für den Vorwurf nehmen, dass das eh alles getürkt und gekauft wäre, nur weil der eigene Geschmack nicht abgebildet worden ist?
Ich hör mir ja regelmäßig die Bands an, von denen behauptet wird, dass sie "objektiv betrachtet" viel zu schlecht bewertet wurden. Und was soll ich sagen, von mir hätten die meist auch nicht mehr Punkte bekommen. Bin ich auch gekauft?
Die Diskussion dreht sich inzwischen im Kreis, weil die jeweils eine Seite überhaupt nicht versteht, worum's der jeweils anderen Seite geht.
Genau meine Meinung.
Können wir uns nicht darauf einigen, daß es bei großen, kommerziell ausgerichteten Magazinen eben auch einen auf den Massengeschmack ausgerichteten Journalismus gibt. Das ist an sich auch nicht ehrenrührig, wenn die dahinter agierenden "Metaller" sich nicht immer mal so hinstellen, als würden sie dem Underground was Gutes tun. Der findet in diesen Magazinen einfach nicht statt und wird auch in Zukunft nicht stattfinden, egal wie sehr die jeweiligen Macher früher Vorreiter waren oder nicht.
Das bezieht sich nicht nur auf das RH. Die Zielgruppen sind da nicht wir alte Säcke, die nach wie vor den glorreichen Sound der 80-er hören wollen, sondern die jungen Leute bis vielleicht 30. Laß es in Deutschland vielleicht 2000 aktiv an der Szene teilnehmende Old-School-Metaller geben, die den Underground am Leben erhalten und vielleicht noch 10000, die damit symphatisieren, mehr kommt da nicht zusammen. Glaubt ihr wirklich, daß wir in dieser Zahl in der Lage wären, irgendwas zu verändern? Wir können über alle kommenden und gehenden Trends lachen, wir können jedem erzählen, daß der traditionelle Stahl der Beste ist, wir feiern jedes Jahr unsere kleinen Feste (SBF, KIT, HOA) und wir erhalten die Bands mit unserem Idealismus am Leben, die das alles genauso sehen wie wir. Und mehr wollen wir doch auch gar nicht, oder? Wer will denn schon mit dem Wacken-Publikum irgendwo zusammen feiern, nur weil ein größeres Magazin plötzlich entdeckt hat, daß eine Band wie z.B. Seasons Of The Wolf oder Doomsword wirklich mehr zu bieten hat , als eine zusammengewürfelte Trendcombo, die meint, möglichst evil sein zu müssen? Also ich jedenfalls nicht und ich möchte auch niemandem mehr erklären, warum ich nun gerade diese Mucke höre und das die Beste ist. Da habe ich weder Lust, noch Zeit zu. Und außerdem ist es mir auch völlig egal, was andere von meiner Einstellung zur Musik halten. Im Endeffekt entscheide ich selbst, was ich mir anhöre. Punkt. Ich denke, die Szene wird sich ihre eigenen Sprachrohre schaffen, wie das im Festivalbereich ja schon passiert ist. Die Zines werden folgen (müssen).
Noch mal zurück zum Kommerz und den großen Magazinen: Das ist leider ein Geschäft wie jedes andere auch und glaubt mir, daß ich weiß wovon ich rede. Die Zines müssen verkaufen, das tun sie nur, wenn sie sich am jeweiligen Trend ausrichten. Und da hängen dann die großen Labels mit Inseraten dran, die für diese Inserate eine ganze Menge Geld an das jeweilige Zine bezahlen, was für sie lebenswichtig ist. Und wer da glaubt, daß nicht bei der einen oder anderen Scheibe ein Auge zugedrückt wird, was die Benotung betrifft, der ist ein Träumer und in dieser beschissenen Welt noch nicht angekommen. Freilich ist das nicht bei jeder Veröffentlichung so, aber das muß auch nicht sein. Ein finanzieller Bringer (wie z.B. Iced Earth) reicht, um 10 kleine Bands mit durchzufüttern. Warum muß da jede Band des jeweiligen Labels gut bewertet werden, wenn die "Zugpferde" es sind und dadurch genügend verkaufen, um die anderen mit durchzuziehen. Übrig bleibt da noch genug. Und außerdem fällt es nicht so auf.
Ich kenne eine persönliche Aussage eines größeren Vertriebes, daß da und da nicht mehr inseriert wird, weil die Reviews zu den zugehörigen Scheiben in den betreffenden Zines immer bei allen schlecht ausgefallen sind. Das muß nicht immer so sein, aber bei einem gewissen Prozentsatz ist das nicht wegzudiskutieren. Sorry, daß ich nicht mit Namen arbeiten kann und will, aber das tut eh nichts zur Sache. Man muß schon sehr rosarot in die Welt schauen, um das nicht sehen zu wollen.
Was ich mich tatsächlich frage ist, wie es das "Heavy" seit Jahren mit Bravour (mit kleinen Hängern) schafft, diese Klippen recht gekonnt zu umschiffen. Ich glaube Olli auch total, daß es in dieser Hinsicht nie Probleme gab. Eine Erklärung ist, daß das "Heavy" die angenommenen 12000 Old-School-Metaller und Symphatisanten regelmäßig erreicht und damit kann man langfristig planen.
Als Abschluß wäre noch zu sagen, daß die Bands selbst am allerwenigsten dafürkönnen. Die wollen alle nur Musik machen, sei es gute, weniger gute, mittelmäßige oder schlechte. Wenn man dann damit noch Geld verdienen kann ist es doch o.k.
