Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Schreibt euch die Finger wund ĂĽber das groĂźe Thema "Metal" - ĂĽber neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Franko » 30. Juni 2009, 13:40

Es wurden aber 2 Schurken noch nicht genannt: Beavis & Butthead
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Hades » 30. Juni 2009, 14:00

rapanzel hat geschrieben:
Hades hat geschrieben:Grunge für den "Niedergang" des Metal in den 90ern verantwortlich zu machen, fand ich schon immer viel zu kurz gedacht. Wenn der Alternativtrend etwas gekillt hat, waren es die Millionenseller aus dem komerzielleren Segment des Rock. Mit Spandex und Haarspray waren dann halt die Charts nicht mehr zu knacken und wurden durch Second Hand Klamotten und Kopfsocken abgelöst.

Also sind aber schon sehr viele Metaller damals auf den Grunge Zug ausgesprungen, das hab ich ja selbst im Freundeskreis mitbekommen als auf einmal alle scheisse drauf waren und Holzfällerhemden angezogen haben! Und mit dem Glam/Hair Metal, das war ja eher in den 80ern als in den 90ern, oder?


Ich kenne eigentlich niemand, der den Metal zugunsten von Grunge "verraten" hat. Wobei ich mich zugegebenermaßen eh nie in einem supertruen Metal-Freundeskreis aus Kuttenträgern bewegt habe und daher etwaige Outfitveränderungen vielleicht nicht so krass erlebt habe. :smile2: Holzfällerhemden gabs übrigens auch durchaus schon bei 80er-Thrashern...

Bei den Glamrockern hatte ich irgenwie schon den Eindruck, dass die als Millionenseller von den Grungebands abgelöst wurden. Bin aber in beiden Richtungen wahrlich kein geschichtlich sattelfester Experte.

Interessanter Thread auf jeden Fall!
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Pavlos » 30. Juni 2009, 14:39

Sorry, aber fĂĽr mich passen die o.g. "grauen Themen & Lyrics" perfekt zum anspruchsvollen Metal.
Ich will keine Love, Sex and Beer Texte (ausser bei Tankard).
Sword & Sorcery bei den Truen und melancholische (weil realistische) Texte bei den Proggern.
Ich glaube auch nicht, dass der Grunge fĂĽr das vermehrte Aufkommen von ernsthaften Lyrics verantwortlich war.
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Sgt. Kuntz » 30. Juni 2009, 14:58

Also es gibt genĂĽgend Themen, die besser zum Metal passen als Politik, Umweltverschmutzung oder passive Wehleidigkeit.

Fantasy, Horror, Folklore, Sci-Fi, History, Mythen, Mystik und so weiter, all das bietet sich ideal fĂĽr Metal Texte an, je nach Stilrichtung natĂĽrlich, das hat mit "Love, Sex and Beer" doch nichts zu tun. Ein klassisches Motiv in den 80er Texten war ausserdem auch der Individualist, der aktiv und autark seine Herausforderungen (innere oder reale) meistert, also z.B. Songs ĂĽber den mutigen Krieger oder den AuĂźenseiter, der sich gegen Wiedrigkeiten und den Druck der Gesellschaft durchsetzen muĂź.

Und ab und zu ein Text ĂĽber den Metal selbst, natĂĽrlich :smile2: !
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Pavlos » 30. Juni 2009, 15:08

Sgt. Kuntz hat geschrieben:Fantasy, Horror, Folklore, Sci-Fi, History, Mythen, Mystik


Passt, aber eben nur zum True Metal.

Lass mal´ne Prog Band über Freddy Krüger, Captain Picard oder King Arthur singen und schon wirkt´s imo lächerlich. Anspruchsvolle Musik benötigt anspruchsvolle Texte. A Pleasant Shade Of Gray würde mit den o.g. Themen nur bedingt (evtl. sogar gar nicht) funktionieren.
Bei Dream Theater sind auf den letzten beiden Alben auch zwei, drei Songs mit trivialen Texten drauf. Und das turnt mich irgendwie ab. Ich will keine musikalische Weltklasse hören zu der Petrucci über Vampire oder seine banalen Alpträume schreibt.

Ist aber nur meine Meinung....
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Piledriver » 30. Juni 2009, 15:50

find ich jetzt mal richtig klasse das doch noch nicht alle vergessen haben das so manch gestandene Metal Band anfang der 90er aufeinmal anfing ihren sound rundzuerneueren. dazu kam vom rest der sich noch einigermaĂźen auf dem pfad der tugend befand kaum mehr was wirklich gutes heraus.ich rede von den rock hard,plastik hammer,metalheart kompatiblen bands,nicht den underground !
gerade ersteres ist für mich immernoch unverzeilich. da können so manche von denen heute wieder noch so gute klassische alben machen. ich unterstütze solche wendehälse nicht mehr.wo stünden die wenn metal immer noch völlig out wäre ? aufgelöst oder auf nem völlig anderen trip !

nur schade das es die wirklich guten bands aus dieser zeit anfang der 90er nicht geschafft haben mehr als 4-5 jahre zu ĂĽberleben. bands wie zb. Saigon Kick,Last Crack,Mind Funk und vorallem meine absoluten faves Warrior Soul hatten richtig potential ! selbst ne klasse band wie Soundgarden ,die ja richtig erfolg hatten strichen irgendwann die segel !

was sich im zuge dieser anti metal und klassik rock welle oder wie immer man das nennen mag auch in den köpfen der leute festgefressen hat ist die fehlende kritikfähigkeit. entweder man findet alles kollektiv gut oder alles kollektiv scheisse.nur keine eigene meinung mehr haben dürfen. egal ob mainstream oder underground. die die nicht mit dem strom schwimmen und auchmal ihre lieblingsband kritisieren werden doch immer weniger. da hält man sich lieber an alteingesessenem fest und feiert jede neue M;otörhead,Maiden und co scheibe ab statt mal nachzudenken.
auch so ein krebsgeschwĂĽr aus den 90er das man nicht heilen kann
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Hugin » 30. Juni 2009, 17:28

Motörhead-Scheiben sollen auch abgefeiert werden.
:cool2:
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- Sir Dr. Joey DeMaio, 2012

Primitivsoundkunst: http://www.morbid-alcoholica.com/

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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon fiedler » 30. Juni 2009, 19:18

ein paar einträge weiter oben hat jemand geschrieben "die spreu vom weizen trennen". das find ich schon etwas seltsam...sind wir so elitär? sind wir bessere menschen weil wir dem metal treu geblieben sind und keinen grunge gehört haben? man sollte hier einfach nicht vergessen, das für manche musik einfach nur unterhaltung ist und für andere eben der musikstil gleichzeitig ein lebensstil ist. deshalb kann man hier nicht sagen das die einen "spreu" und die anderen "weizen" sind. mir kommt das vor als ob manche denken: Metaller haben den besten musikgeschmack und sind somit menschen erster klasse und der rest ist eben unwürdig und menschen zweiter klasse.
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Sigi » 30. Juni 2009, 19:30

fiedler hat geschrieben: mir kommt das vor als ob manche denken: Metaller haben den besten musikgeschmack und sind somit menschen erster klasse und der rest ist eben unwĂĽrdig und menschen zweiter klasse.


So würde ich das nicht unbedingt nennen. Im Gegensatz zu den "Musik als Unterhaltung"-Hörern sind wir Metaller halt Menschen, die sich eindringlich mit ihrer Musik beschäftigen, ihr Herz(blut) reinstecken und - JA - sie als einen Lebensstil betrachten. Ich halte anders hörende Menschen nicht für unwürdig ...

... die haben sich damals einfach nur gefreut, dass sie auch mal "härtere" Musik hören konnten. Metallisch akzeptabel waren sie deswegen aber trotzdem nicht.

Und wenn man es mal ganz kleinlich betrachtet (so sehe ich es fĂĽr mich) >> ich bin nicht (nur) dem Metal treu geblieben - sondern mir selbst!
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon fiedler » 30. Juni 2009, 19:39

ich denke wir sollten uns eben nicht zuviel darauf einbilden, dass wir einen besseren musikgeschmack als alle anderen haben :cool2:
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Sigi » 30. Juni 2009, 19:43

fiedler hat geschrieben:ich denke wir sollten uns eben nicht zuviel darauf einbilden, dass wir einen besseren musikgeschmack als alle anderen haben :cool2:


Vorsicht - der Teufel steckt im Detail. :harrr:

WENN wir ja keinen besseren Musikgeschmack haben (dieses Denken widerstrebt Dir ja), so können wir uns auch nichts darauf einbilden .. :-D ... hach, was bin ich doch ein Erbsenzähler. :lol: :lol:
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon fiedler » 30. Juni 2009, 19:46

doch wir haben schon den besten musikgeschmack, das ist ja mal logisch...was besseres als metal gibts nicht! aber wir sollten trotz unserer "erleuchtung" uns nicht arrogant oder eingebildet gegenüber nicht-metallern verhalten. die sind schon arm genug dran weil sie bisher und wohl auch zukünftig kein metal hören, die armen :tong2:
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Sgt. Kuntz » 30. Juni 2009, 19:56

Sigi hat geschrieben:
fiedler hat geschrieben:ich denke wir sollten uns eben nicht zuviel darauf einbilden, dass wir einen besseren musikgeschmack als alle anderen haben :cool2:


Vorsicht - der Teufel steckt im Detail. :harrr:

WENN wir ja keinen besseren Musikgeschmack haben (dieses Denken widerstrebt Dir ja), so können wir uns auch nichts darauf einbilden .. :-D ... hach, was bin ich doch ein Erbsenzähler. :lol: :lol:


Sigi, tu mir den Gefallen und ermuntere den fiedler nicht auch noch!

Sonst hört er mit seinen geistigen Ergüssen gar nicht mehr auf :-X/2!
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Pavlos » 30. Juni 2009, 20:04

fiedler hat geschrieben:sind wir so elitär? sind wir bessere menschen weil wir dem metal treu geblieben sind und keinen grunge gehört haben?


Bessere Menschen nicht, aber definitiv bessere (=truere/loyaläre) Metaler.



[]

So etwas denkt hier keiner. Da lege ich meine (vorsichtshalber linke) Hand ins fire of true heavy metal.



Fazit: fiedler = TMW

:wink:
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Re: Die brachen 90er: War der Grunge schuld?

Beitragvon Thunar » 30. Juni 2009, 20:04

Haha ... :smile2:

Also ganz einfach:

Das ist keine Frage von "besserer Mensch-sein" oder "besserer Musikgeschmack" sondern von "dahinter stehen mit Herz und Seele" oder "nur Hören" ....

zack, so seh ich das :cool2: :yeah:
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Tyr(TWOS) (18:06) : Freedom Call sind so fröhlich, das ist schon fast wieder misantrop


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