von Prof » 13. Juni 2005, 14:11
Hoffentlich werde ich von der Metal only-Gemeinde nicht zerfleischt, dass ich hier diesen kleinen Huldigungsthread starte...
Sicherlich wird einigen von euch aus Argento- und Romero-Streifen die Musik der italienischen Progrocker Goblin bzw. die Kompositionen von Tastenzauberer Claudio Simonetti bekannt sein. Tenebre, Dawn of the dead, Profondo rosso, Suspiria... Gestern abend durfte ich im Rahmen des Amsterdam Festival of Fantastic Films Maestro Simonetti mit seiner Band Daemonia live erleben. Und es war der Hammer!
Als er, recht verspĂ€tet, so gegen Mitternacht die BĂŒhne des kleinen Saals im Paradiso-Club enterte, kamen meinen Kumpels und mir das ganze völlig surreal vor - da vor uns stand also der Mann der unzĂ€hlige geniale StĂŒcke fĂŒr brillante Horrorfilme komponierte, ganz locker mit seiner ganz in Schwarz gehĂŒllten Band und haute uns Tracks aus eben Dawn of the dead, Suspiria und Profondo rosso in fetten Metalversionen um die Ohren! WĂ€hrend im Hintergrund Szenen aus den Argentos und Romeros liefen (manchmal auch nicht der richtige Film zum gerade gespielten Thema, aber egal), kam man aus dem staunen und headbangen nicht mehr raus. Es gab sogar eine Hommage an Keith Emerson, als zwei Themen aus Argentos MeisterstĂŒck Inferno gespielt wurden - darunter der Geniestreich Mater Tenebrarum!
Dieser Gig wird in meiner Top Ten von 2005 landen - eine Legende on stage, und er liefert dazu noch einen astreinen Auftritt ab! Es war mehr Metal als so mancher Metalgig!!! Dass ich das erleben durfte.
Vielleicht wĂ€re es mal 'ne Idee fĂŒr deutsche Metalfestivals, den Simonetti auftreten zu lassen? Fast jeder Undergroundler ist ja bekannt mit seinem Material oder wenigstens mit den Filmen wofĂŒr er - mit oder ohne seinen Goblin-Kollegen - die Musik komponiert hat.
Grazie mille, Signor Simonetti!