Das neue Rock Hard

Schreibt euch die Finger wund über das große Thema "Metal" - über neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

Moderator: Loomis

Beitragvon steel-prophet » 11. August 2007, 14:44

Goatstorm hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Franko hat geschrieben: Nein, nein... ich glaube die meisten ärgert es einfach, dass im Rock Hard Bands wie eben ganz aktuell BLITZKRIEG, FBF oder MELIAH RAGE im Soundcheck so dermaßen schlecht abschneiden. Da hat man eben den Eindruck, es wären keine richtigen Metal Fans beim RH am Start. Sicher kann nicht jede Undergroundband auch noch ein tolles Interview oder gleich'nen Starschnitt bekommen aber mit einem vernüftigen Review bzw. Soundcheckabschneiden (nicht zu verwechseln mit schönreden) wäre vielen kleinen Bands schonmal geholfen.

Genau den Punkt kann ich einfach so gar nicht nachvollziehen. Natürlich sähe der Soundcheck auch völlig anders aus, wenn ich ihn machen würde und so manche Platzierung kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Aber hey, das ist nunmal Geschmack. Ich verstehe nicht, wie man sich darüber aufregen kann.

Wenn man den Geschmack der Redaktion nicht teilt, liest man einfach der Heft nicht mehr und gut (machen hier ja einige auch). Aber wie kann man sich darüber äufregen?
Oder es gar zum Anlass für den Vorwurf nehmen, dass das eh alles getürkt und gekauft wäre, nur weil der eigene Geschmack nicht abgebildet worden ist?

Ich hör mir ja regelmäßig die Bands an, von denen behauptet wird, dass sie "objektiv betrachtet" viel zu schlecht bewertet wurden. Und was soll ich sagen, von mir hätten die meist auch nicht mehr Punkte bekommen. Bin ich auch gekauft?

Die Diskussion dreht sich inzwischen im Kreis, weil die jeweils eine Seite überhaupt nicht versteht, worum's der jeweils anderen Seite geht.

Genau meine Meinung.
Können wir uns nicht darauf einigen, daß es bei großen, kommerziell ausgerichteten Magazinen eben auch einen auf den Massengeschmack ausgerichteten Journalismus gibt. Das ist an sich auch nicht ehrenrührig, wenn die dahinter agierenden "Metaller" sich nicht immer mal so hinstellen, als würden sie dem Underground was Gutes tun. Der findet in diesen Magazinen einfach nicht statt und wird auch in Zukunft nicht stattfinden, egal wie sehr die jeweiligen Macher früher Vorreiter waren oder nicht.
Das bezieht sich nicht nur auf das RH. Die Zielgruppen sind da nicht wir alte Säcke, die nach wie vor den glorreichen Sound der 80-er hören wollen, sondern die jungen Leute bis vielleicht 30. Laß es in Deutschland vielleicht 2000 aktiv an der Szene teilnehmende Old-School-Metaller geben, die den Underground am Leben erhalten und vielleicht noch 10000, die damit symphatisieren, mehr kommt da nicht zusammen. Glaubt ihr wirklich, daß wir in dieser Zahl in der Lage wären, irgendwas zu verändern? Wir können über alle kommenden und gehenden Trends lachen, wir können jedem erzählen, daß der traditionelle Stahl der Beste ist, wir feiern jedes Jahr unsere kleinen Feste (SBF, KIT, HOA) und wir erhalten die Bands mit unserem Idealismus am Leben, die das alles genauso sehen wie wir. Und mehr wollen wir doch auch gar nicht, oder? Wer will denn schon mit dem Wacken-Publikum irgendwo zusammen feiern, nur weil ein größeres Magazin plötzlich entdeckt hat, daß eine Band wie z.B. Seasons Of The Wolf oder Doomsword wirklich mehr zu bieten hat , als eine zusammengewürfelte Trendcombo, die meint, möglichst evil sein zu müssen? Also ich jedenfalls nicht und ich möchte auch niemandem mehr erklären, warum ich nun gerade diese Mucke höre und das die Beste ist. Da habe ich weder Lust, noch Zeit zu. Und außerdem ist es mir auch völlig egal, was andere von meiner Einstellung zur Musik halten. Im Endeffekt entscheide ich selbst, was ich mir anhöre. Punkt. Ich denke, die Szene wird sich ihre eigenen Sprachrohre schaffen, wie das im Festivalbereich ja schon passiert ist. Die Zines werden folgen (müssen).
Noch mal zurück zum Kommerz und den großen Magazinen: Das ist leider ein Geschäft wie jedes andere auch und glaubt mir, daß ich weiß wovon ich rede. Die Zines müssen verkaufen, das tun sie nur, wenn sie sich am jeweiligen Trend ausrichten. Und da hängen dann die großen Labels mit Inseraten dran, die für diese Inserate eine ganze Menge Geld an das jeweilige Zine bezahlen, was für sie lebenswichtig ist. Und wer da glaubt, daß nicht bei der einen oder anderen Scheibe ein Auge zugedrückt wird, was die Benotung betrifft, der ist ein Träumer und in dieser beschissenen Welt noch nicht angekommen. Freilich ist das nicht bei jeder Veröffentlichung so, aber das muß auch nicht sein. Ein finanzieller Bringer (wie z.B. Iced Earth) reicht, um 10 kleine Bands mit durchzufüttern. Warum muß da jede Band des jeweiligen Labels gut bewertet werden, wenn die "Zugpferde" es sind und dadurch genügend verkaufen, um die anderen mit durchzuziehen. Übrig bleibt da noch genug. Und außerdem fällt es nicht so auf.
Ich kenne eine persönliche Aussage eines größeren Vertriebes, daß da und da nicht mehr inseriert wird, weil die Reviews zu den zugehörigen Scheiben in den betreffenden Zines immer bei allen schlecht ausgefallen sind. Das muß nicht immer so sein, aber bei einem gewissen Prozentsatz ist das nicht wegzudiskutieren. Sorry, daß ich nicht mit Namen arbeiten kann und will, aber das tut eh nichts zur Sache. Man muß schon sehr rosarot in die Welt schauen, um das nicht sehen zu wollen.
Was ich mich tatsächlich frage ist, wie es das "Heavy" seit Jahren mit Bravour (mit kleinen Hängern) schafft, diese Klippen recht gekonnt zu umschiffen. Ich glaube Olli auch total, daß es in dieser Hinsicht nie Probleme gab. Eine Erklärung ist, daß das "Heavy" die angenommenen 12000 Old-School-Metaller und Symphatisanten regelmäßig erreicht und damit kann man langfristig planen.
Als Abschluß wäre noch zu sagen, daß die Bands selbst am allerwenigsten dafürkönnen. Die wollen alle nur Musik machen, sei es gute, weniger gute, mittelmäßige oder schlechte. Wenn man dann damit noch Geld verdienen kann ist es doch o.k.
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Beitragvon NegatroN » 11. August 2007, 14:48

Gorgar hat geschrieben: Was mir zu diesem Thema beim Rock Hard sauer aufstösst, sind die in Reviews öfter auftauchenden Verweise auf die "Zielgruppe". Frei nach dem Motto: "Die Scheibe ist zwar gut aber halt old school und von daher nur für die entsprechenden Leute interessant". Damit wird also schon suggeriert, dass sich alle anderen die entsprechende Platte eh nicht anhören brauchen. Dass es allerdings genügend Potential an Leuten gibt, die grundsätzlich auch auf traditionellen Metal stehen und eine Empfehlung seitens des Magazins gerne annehmen, hat ja das Beispiel Metal Inquisitor gezeigt, die sich nur durch eine gute Einzelkritik und 1-2 geschickt eingestreuten Kleinartikeln über 1 Jahr in den Lesercharts gehalten haben. Warum sollte dies also bei einer Band wie, sagen wir mal z. B. Pharaoh, die ja eigentlich auch genug "Massenpotential" mitbringen, nicht auch möglich sein ? Da drängt sich bei mir persönlich zwangsläufig der Verdacht auf, dass solche Geschichten schon mit Kalkül angegangen werden.

Da an Kalkül zu glauben, ist meiner Meinung nach schon ein wenig paranoid. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass das RH Underground-Bands bewusst kleinhalten will. Wie sinnlos wäre das denn bitte?
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Beitragvon KuttenBjuf » 11. August 2007, 15:03

morpheus_ahrm hat geschrieben:
Franko hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben:
Oliver/Keep-It-True hat geschrieben: Du verstehst hier gar nix, es geht ja nicht darum ein reines "True" Metal Magazin zu haben, sondern dass ein wichtiger Teil der Szene einfach nicht stattfindet und das IST ein Fakt. Zu deinem saudummen Provokationsversuch sag ich mal nix, denn dafür ist mir die Zeit dann doch zu schade.

Um es mal wieder ein wenig sachlicher zu machen: Bist du wirklich der Ansicht, dass hier ein wichtiger Teil nicht stattfindet? Ich finde sowohl das "wichtig" wie auch das "nicht stattfindet" zumindest streitbar.

Wir hatten es doch schon oft genug. Das RH ist allein wegen seiner Größe eben in erster Linie ein Mainstream-Magazin (wobei hier natürlich der Mainstream des Metal gemeint ist). Dabei ist es dann doch ganz normal, dass überwiegend die großen Bands und Entwicklungen behandelt werden und nicht die kleinen Sachen, die im Underground passieren. Das kann das Magazin gar nicht leisten. Das ist keine Liebhaberarbeit, die Leute müssen davon leben und deswegen natürlich Rücksicht auf Verkaufszahlen nehmen. Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, von irgendjemand gekauft zu sein.

Und - das wird hier halt gerne vergessen - es betrifft halt nicht nur den Underground, der hier favorisiert wird, sondern jeden innerhalb der Szene. Kleine Bands die kein Schwein kennt, finden auch dann nicht statt, wenn sie modernen Sound machen. Eine Band wie Dark Age aus Hamburg findet auch nicht mehr Beachtung als Meliah Rage. Es stimmt doch einfach nicht, dass hier nur der "true" Metal ausgeklammert wird.

Das RH hat nicht den Metal verraten oder sowas. Es ist einfach ein großes Magazin, in dem vor allem der Mainstream stattfindet und nur wenig Underground. Ich würde mir auch wünschen, dass da ein wenig mehr gehen würde (und zwar in allen Stilrichtungen), aber ich verstehe auch, dass das einfach nur schwer möglich ist. Ich kenne inzwischen ja auch ein paar Leute vom RH und die liegen nicht die ganze Zeit auf der faulen Haut, sondern sind einfach mit dem Abdecken der großen Themen und Bands schon ziemlich ausgelastet. Dass da wenig Zeit für Fleißaufgaben bleibt, die der Auflage nichts bringen, ist zwar schade, aber auch bis zu einem gewissen Grad verständlich.
Und ganz nebenbei, die schwimmen auch nicht in Geld, dass ihnen angeblich von Majors in den Arsch geblasen wird.

Dass man allerdings dem KIT ein Interview verweigert, finde ich schon ziemlich ärgerlich.
(Wobei, andererseits, ich habt doch schon die Größe, die ihr wollt und euer Zielpublikum kennt euch eh (und liest auch oft nicht das RH). Wozu wollt ihr euch den Kids mitteilen, die ihr gar nicht auf dem Festival haben wollt? ;-)

Nein, nein... ich glaube die meisten ärgert es einfach, dass im Rock Hard Bands wie eben ganz aktuell BLITZKRIEG, FBF oder MELIAH RAGE im Soundcheck so dermaßen schlecht abschneiden. Da hat man eben den Eindruck, es wären keine richtigen Metal Fans beim RH am Start. Sicher kann nicht jede Undergroundband auch noch ein tolles Interview oder gleich'nen Starschnitt bekommen aber mit einem vernüftigen Review bzw. Soundcheckabschneiden (nicht zu verwechseln mit schönreden) wäre vielen kleinen Bands schonmal geholfen.

Zum HEAVY nochmal kurz: ich fand es mal erstaunlich, dass der Soundchecksieger (war irgend'ne SAXON Scheibe, glaube sogar'de "Metal Head", oder?) nur ein 7 Punkte Review erhielt.

na, die FBF hat doch im Schnitt 7 Punkte, das ist doch für so ne underground Scheibe eine Hammerbewertung, Meliah Rage hat auch 7 Punkte und die Scheibe ist im Vergleich zu den früheren Outputs der Band wirklich lau

Allerdings muss man auch bedenken, dass 7 Punkte weitaus weniger wert sind, wenn man als schlechteste Note eine 3 zieht und die dann schon für absoluten Rotz verwendet wird. Irgendwie wird die Punkteskala da nicht ausgereizt.
Ich ertappe mich ja selbst dabei, wie ich ein 7 Punkte Album schon von vornherein in die Kategorie "naja, braucht man fürs Erste eigentlich nicht" hineinstecke, obwohl 7 Punkte ja eigentlich ein "gut" in Schulnoten bedeuten und somit schon eine Kaufempfehlung darstellen.

Zu Götz:
Dass er die traditionelle Schiene nur fährt, um ein Alibi zu haben, glaub ich nicht. Hab ihn bisher auf jedem der drei "größeren" Undergroundfestivals gesehen und es sah auch immer so aus, als ob er Spaß hatte und das nicht nur irgendwie zur Tarnung durchzieht ;)
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Beitragvon Hugin » 11. August 2007, 16:05

Oliver/Keep-It-True hat geschrieben: Ich finde weder die BLITZKRIEG noch die MELIAH RAGE überragend. Nett, aber harmlos. Und die Produktion mit den Fake Drums und dem dünnen Gitarrensound der Blitzkrieg ist ein Witz. Fand die Alben vorher wesentlich besser.

Cool. Ich hab ihr grad in meinem Review 'nen sehr passablen Sound attestiert. Ich glaub ich sag nie mehr was zum Sound. Ich hör da echt nix Negatives raus. Beim übelsten Willen nicht. Was soll's.

Dass ich sie allgemein überragend find, liegt - wie immer - an Brian Ross. Außerdem find ich, dass die Anzahl der zwingenden Hooks um einiges größer ist, als bei den beiden Vorgängern. Also ich find die Scheibe ganz toll und zähl sie auch zu den Kandidaten, die bei mir im Jahrespoll ganz weit vorne stehen dürften.

Die Meliah Rage find ich durchwachsener. Ist cool, geht gut ab, aber so wirklich viel Tiefgang hat sie nicht. Rauscht stellenweise launig an mir vorrüber, bleibt aber nicht so gut hängen. Einige Tracks sind aber auch klasse.
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Beitragvon Hugin » 11. August 2007, 16:22

Oliver/Keep-It-True hat geschrieben: Also ich muss sagen, dass ich in all den langen Jahren meiner Schreibertätigkeit noch nie von irgendjemand aufgefordert worden bin irgend etwas wohlwollendes zu einem Release zu schreiben. Und wenn...ich hätte es nie gemacht, wenn dem nicht so gewesen wäre. Beim HEAVY wird auch auf uns keinerlei Druck seitens Promofuzzis, etc ausgübt. Anscheinend wird das bei Onlinemags anders gehandhabt...

Nö... eigentlich nicht.
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Beitragvon Prof » 11. August 2007, 16:44

Hugin hat geschrieben:
Oliver/Keep-It-True hat geschrieben: Also ich muss sagen, dass ich in all den langen Jahren meiner Schreibertätigkeit noch nie von irgendjemand aufgefordert worden bin irgend etwas wohlwollendes zu einem Release zu schreiben. Und wenn...ich hätte es nie gemacht, wenn dem nicht so gewesen wäre. Beim HEAVY wird auch auf uns keinerlei Druck seitens Promofuzzis, etc ausgübt. Anscheinend wird das bei Onlinemags anders gehandhabt...

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Beitragvon holg » 11. August 2007, 16:44

Prof hat geschrieben:
Hugin hat geschrieben:
Oliver/Keep-It-True hat geschrieben: Also ich muss sagen, dass ich in all den langen Jahren meiner Schreibertätigkeit noch nie von irgendjemand aufgefordert worden bin irgend etwas wohlwollendes zu einem Release zu schreiben. Und wenn...ich hätte es nie gemacht, wenn dem nicht so gewesen wäre. Beim HEAVY wird auch auf uns keinerlei Druck seitens Promofuzzis, etc ausgübt. Anscheinend wird das bei Onlinemags anders gehandhabt...

Nö... eigentlich nicht.

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Beitragvon Hugin » 11. August 2007, 17:38

Zur grundsätzlichen Rock-Hard-Problematik möcht ich noch sagen, dass ich's immer wieder erstaunlich find, dass so viele von euch so sehr in die Sache reinsteigern. Ich seh's ein gutes Stück weit, wie Negatron, Ulle und Misery und versteh's insoweit sehr gut, dass die als Mainstream-Mag ihre Themen so setzen, wie sie es tun. Sicher würden die sich mit einer Seite "Underground" auch keinen abbrechen, aber andererseits heißt's dann auch wieder: "Fünf Seiten für Korn allein und eine Seite für den kompletten Underground-Metal. Was für Trendies!" - Fakt ist, solange die ein Mainstream-Mag bleiben wollen, werden sie's dem "Underground" eh nicht mehr recht machen können. Insoweit würd ich mich einfach damit abfinden, dass die aus Underground-Sicht den Bach runter sind, und mich nicht weiter drüber aufregen.

Ich hab das Ding auch über zehn Jahre lang gelesen, insofern sag jetzt keiner, dass ich die Situation eines treuen Lesers nicht nachvollziehen kann. Kann ich schon. Aber ich hab's trotzdem abgelegt und vermiss es auch nicht, seit's weg ist. Wobei ich mit der Themenauswahl eigentlich nie ein Problem hatte. Aber das hatten wir schon mal.

Was die Soundcheck-Plätze angeht, ist das doch auch Firlefanz. Da sitzt 'ne Redaktion mit 12 Leuten kreuz und quer aus den Szenen der harten Rockmusik; insofern ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine Band um so weiter oben steht, je massenkompatibler sie ist. Da wir aber alle zusammen vor allem auf Bands stehen, die gerade nicht massenkompatibel sind, ist es doch nur logisch, dass die in aller Regel verhältnismäßig weit unten stehen. Es gibt doch wenig, was unwichtiger wäre, als der Durchschnittsgeschmack des gemeinen Rock-Hard-Redakteurs, oder?

Was ich verstehe, ist der Ärger darüber, dass die Leute über Scheiben schreiben lassen, die eh nichts mit der Band anfangen können. Das ist schlechter Stil und aus meiner Sicht musikjournalistisch wertlos. But that's just me...
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Beitragvon Ulle » 11. August 2007, 17:38

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Beitragvon morpheus_ahrm » 11. August 2007, 18:05

Gorgar hat geschrieben: Also, ich kann Aussagen wie "7 Punkte sind doch für ne Underground-Scheibe gar nicht so schlecht" nicht nachvollziehen. Für ein Magazin sollte es kein Kriterium sein, ob die zu bewertende Scheibe nun bei einem grossen oder kleinen Label erscheint. Das hat dann auch nix mehr mit "old school" oder "modern" zu tun.

Was mir zu diesem Thema beim Rock Hard sauer aufstösst, sind die in Reviews öfter auftauchenden Verweise auf die "Zielgruppe". Frei nach dem Motto: "Die Scheibe ist zwar gut aber halt old school und von daher nur für die entsprechenden Leute interessant". Damit wird also schon suggeriert, dass sich alle anderen die entsprechende Platte eh nicht anhören brauchen. Dass es allerdings genügend Potential an Leuten gibt, die grundsätzlich auch auf traditionellen Metal stehen und eine Empfehlung seitens des Magazins gerne annehmen, hat ja das Beispiel Metal Inquisitor gezeigt, die sich nur durch eine gute Einzelkritik und 1-2 geschickt eingestreuten Kleinartikeln über 1 Jahr in den Lesercharts gehalten haben. Warum sollte dies also bei einer Band wie, sagen wir mal z. B. Pharaoh, die ja eigentlich auch genug "Massenpotential" mitbringen, nicht auch möglich sein ? Da drängt sich bei mir persönlich zwangsläufig der Verdacht auf, dass solche Geschichten schon mit Kalkül angegangen werden.

Sorry, aber Du hast überhaupt nicht kapiert, was ich damit sagen wollte
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Beitragvon NegatroN » 11. August 2007, 18:22

Hugin hat geschrieben: Was ich verstehe, ist der Ärger darüber, dass die Leute über Scheiben schreiben lassen, die eh nichts mit der Band anfangen können. Das ist schlechter Stil und aus meiner Sicht musikjournalistisch wertlos. But that's just me...

Das stimmt, ist aber in gewisser Weise auch Schuld der Promoagenturen/Labels/Bands, die die Magazine bemustern. Es müssen haufenweise Scheiben besprochen werden und normalerweise schreibt man bei der Bemusterung deswegen auch dazu, wen man gerne als Reviewer hätte. Alle Scheiben, bei denen das nicht so ist (und die Band vielleicht obendrein unbekannt) werden dann eben einfach verteilt. Da macht sich selbstverständlich niemand die Mühe, die vorzusortieren und auf die richtigen Redakteure zu verteilen. Dann hat man halt eventuell Pech, aber so schlau kann sollte man eigentlich auch selber sein.
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Beitragvon holydio1 » 11. August 2007, 19:50

ach so, wenn das so ist, kann das supertolle RH ja gar nix dafür.... :wacko:
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Beitragvon Gorgar » 11. August 2007, 22:51

NegatroN hat geschrieben:Da an Kalkül zu glauben, ist meiner Meinung nach schon ein wenig paranoid. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass das RH Underground-Bands bewusst kleinhalten will. Wie sinnlos wäre das denn bitte?

Mit Paranoia hat das nix zu tun und auch nicht mit den Bands selbst. Aber warum sollte ein Magazin in Zeiten, in denen der durchschnittliche Konsument nur noch begrenzt finanzielle Mittel zur Verfügung hat und der Markt somit hart umkämpft ist dran interessiert sein, seinen besten Anzeigenkunden auch noch Konkurrenz zu liefern ?
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Beitragvon Hugin » 12. August 2007, 03:14

NegatroN hat geschrieben: Das stimmt, ist aber in gewisser Weise auch Schuld der Promoagenturen/Labels/Bands, die die Magazine bemustern. Es müssen haufenweise Scheiben besprochen werden und normalerweise schreibt man bei der Bemusterung deswegen auch dazu, wen man gerne als Reviewer hätte. Alle Scheiben, bei denen das nicht so ist (und die Band vielleicht obendrein unbekannt) werden dann eben einfach verteilt. Da macht sich selbstverständlich niemand die Mühe, die vorzusortieren und auf die richtigen Redakteure zu verteilen. Dann hat man halt eventuell Pech, aber so schlau kann sollte man eigentlich auch selber sein.

Ich schätz mal, dass bei uns unwesentlich weniger Scheiben eintrudeln als beim RH, und wir kriegen das in der Regel hin, dass Leute die Scheiben bekommen, die sich auch wirklich für die Stilrichtung oder die Band im Speziellen interessieren.
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Beitragvon NegatroN » 12. August 2007, 10:28

Hugin hat geschrieben:
NegatroN hat geschrieben: Das stimmt, ist aber in gewisser Weise auch Schuld der Promoagenturen/Labels/Bands, die die Magazine bemustern. Es müssen haufenweise Scheiben besprochen werden und normalerweise schreibt man bei der Bemusterung deswegen auch dazu, wen man gerne als Reviewer hätte. Alle Scheiben, bei denen das nicht so ist (und die Band vielleicht obendrein unbekannt) werden dann eben einfach verteilt. Da macht sich selbstverständlich niemand die Mühe, die vorzusortieren und auf die richtigen Redakteure zu verteilen. Dann hat man halt eventuell Pech, aber so schlau kann sollte man eigentlich auch selber sein.

Ich schätz mal, dass bei uns unwesentlich weniger Scheiben eintrudeln als beim RH, und wir kriegen das in der Regel hin, dass Leute die Scheiben bekommen, die sich auch wirklich für die Stilrichtung oder die Band im Speziellen interessieren.

Ich will das auch gar nicht Schutz nehmen, das kann man sicher besser machen. Ich hab ja nur drauf hingewiesen, dass das keine unübliche Vorgehensweise ist. Als Promoagentur kann man sowas schon wissen und sich auch entsprechend verhalten.
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